Polen steht aktuell vor einem gravierenden Problem: Es gehört zu den Ländern mit der höchsten Luftverschmutzung in Europa und weltweit. Hauptgrund dafür ist die großflächige Verbrennung von Kohle und Braunkohle, oft in veralteten und ineffizienten Kesseln. Die von der polnischen Regierung festgelegten Grenzwerte werden in vielen Städten überschritten, und die Schadstoffbelastung liegt häufig um Hunderte von Prozent über diesen Grenzwerten. Infolgedessen zählen polnische Städte zu den am stärksten verschmutzten Orten der Welt, insbesondere bei Windstille.
Die Sicherstellung sauberer Wärme ist daher in den letzten Jahren zu einem wichtigen Anliegen der polnischen Regierung geworden. Ziel dieser Bemühungen ist nicht nur die Verbesserung der Luftqualität, sondern auch die Steigerung der Effizienz der Wärmeerzeugung. Diese Faktoren waren die Hauptmotivation für die Umrüstung des städtischen Heizwerks in Szydłowiec.
Auftraggeber für den Umbau des städtischen Heizhauses im Jahr 2021 war die Ciepłownia Szydłowiec Sp. z o.o., ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt. Ziel des Projekts ist die umfassende Modernisierung des städtischen Fernwärmenetzes. Die eingesetzten Lösungen zielen primär darauf ab, negative Umweltauswirkungen zu minimieren, die Gesamteffizienz der Produktion zu steigern und dadurch die Wärmeerzeugungskosten der Stadt deutlich zu senken.
Vor dem Umbau betrieb das Fernwärmewerk ein veraltetes und umweltschädliches Heizhaus mit drei Kohlekesseln zur Warmwasserbereitung. Diese Kessel waren seit 1984 in Betrieb. Einer davon war aufgrund seines schlechten Zustands bereits verschrottet worden.
Wir haben uns an der Ausschreibung beteiligt, das gesamte Projekt ausgearbeitet und es gemeinsam mit unserem langjährigen polnischen Partner, Zakład Innowacyjny technik energetycznych Promat Sp. z o.o., eingereicht. Promat wird zukünftig auch die Wartung und Instandhaltung des gesamten Systems übernehmen.
Das Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt Wärme für das Fernwärmenetz und Strom, den das Fernwärmewerk in das nationale Netz einspeist und so zusätzliche Einnahmen generiert. Die Anlage verfügt über Online-Überwachungsdienste, die dem Betreiber eine komfortable Fernsteuerung ermöglichen.
Erdgas-Blockheizkraftwerk
Überschüssiger Strom als zusätzliche Einnahmequelle
Online-Überwachung und -Steuerung des BHKW-Geräts
Das Blockheizkraftwerk (BHKW) wurde Ende 2022 in Betrieb genommen und hat bis Oktober 2023 bereits über 5.500 Betriebsstunden erreicht. Das gesamte Kesselhausprojekt trägt dazu bei, die Kohlendioxidemissionen um mehr als 6 Tonnen pro Jahr zu reduzieren.
Die Online-Überwachung des Kesselhauses ermöglicht es dem BHKW, mit anderen Energiequellen in der Umgebung zusammenzuarbeiten. Durch die gemeinsame Steuerung des Energieverbrauchs wird die Umweltbelastung insgesamt verringert. Zu diesem System gehören ein Kohlekraftwerk und mehrere Solaranlagen in der Nähe.
„TEDOM hat alle unsere Erwartungen als Konsortialpartner für diese Aufgabe erfüllt.“
Dariusz Podgórski, Vorstandsvorsitzender der Ciepłownia Szydłowiec Sp. z o.o. z o.o.
Ausgewählte Referenzen und Fallstudien